Grundlegende Informationen zum Thema Qualitätsmanagement

 

Zunächst möchten wir kurz die Hintergründe darstellen und erläutern, was der Begriff „Qualitätsmanagementsystem“ eigentlich bedeutet. International gültige Normen, die von der ISO (International Organization for Standardization) erarbeitet werden, bilden die Grundlage. Durch die Definition von (Mindest-) Anforderungen und eine einheitliche Akkreditierung der Zertifizierungsstellen sollen weilweit einheitliche Standards geschaffen und die Vergleichbarkeit der Zertifikate gewährleistet werden.

  • Die Norm DIN EN ISO 9000:2015 (Qualitätsmanagementsysteme – Grundlagen und Begriffe) definiert Qualität als „Grad, in dem ein Satz inhärenter Merkmale eines Objekts Anforderungen erfüllt“. Verglichen wird also die geforderte mit der tatsächlich vorhandenen (durch Messung überprüften) Beschaffenheit.

  • Ein Managementsystem wird beschrieben als „Satz zusammenhängender oder sich gegenseitig beeinflussender Elemente einer Organisation, um Politiken, Ziele und Prozesse zum Erreichen dieser Ziele festzulegen.” Anmerkungen konkretisieren diese Beschreibung. So heißt es u. a., dass ein Managementsystem eine oder mehrere Disziplinen behandeln kann, z. B. Qualitätsmanagement, Arbeitsschutzmanagement oder Umweltmanagement.

Für alle genannten Managementsysteme gibt es eigenständige Normen (DIN EN ISO 9001:2015, DIN EN ISO 45001:2023, DIN EN ISO 14001:2015). Die meisten ISO-Standards folgen mittlerweile einer vereinheitlichen Struktur (Harmonized Structure, HS; zuvor: High Level Structure, HLS), was die Einführung und vor allem die Pflege mehrerer Managementsysteme im Unternehmen ganz erheblich vereinfacht. Existieren verschiedene Systeme parallel, spricht man von integrierten Managementsystemen.

Die Norm DIN EN ISO 9001 beschäftigt sich ausschließlich mit Qualitätsmanagement und basiert auf den nebenstehenden sieben Kernprinzipien. Voraussichtlich im Jahr 2026 wird die neueste Version DIN EN ISO 9001:2026 von der ISO veröffentlicht werden.

Die 7 Kernprinzipien von Qualitätsmanagementsystemen

 

Kundenorientierung

Unternehmen müssen verstehen, wer ihre Kunden sind, welche Bedürfnisse sie haben und wie sie ihre Erwartungen erfüllen können. Durch die Ausrichtung aller Aktivitäten auf die Kundenanforderungen können Organisationen ihre Kundenzufriedenheit steigern und langfristig erfolgreiche Beziehungen aufbauen.

Führung

Führungskräfte spielen eine entscheidende Rolle bei der Schaffung und Aufrechterhaltung eines effektiven Qualitätsmanagementsystems. Sie sollten eine klare Vision und Strategie für die Organisation festlegen, die Ziele und Richtlinien kommunizieren und sicherstellen, dass alle Mitarbeiter die Bedeutung des Qualitätsmanagements verstehen und unterstützen.

Engagement von Personen

Alle Mitarbeiter einer Organisation sollten in das Qualitätsmanagementsystem einbezogen werden. Das wird u. a. erreicht, indem ihnen die Möglichkeit gegeben wird, sich aktiv an der Verbesserung von Prozessen und der Erreichung von Qualitätszielen zu beteiligen. Die Einbindung der Mitarbeiter erhöht das Engagement und die Motivation und trägt zur kontinuierlichen Verbesserung bei.

Prozessorientierter Ansatz

Ein prozessorientierter Ansatz bedeutet, dass Organisationen ihre Aktivitäten und Ressourcen als zusammenhängende Prozesse betrachten sollten, die darauf ausgerichtet sind, Mehrwert für ihre Kunden zu schaffen. Durch die Identifizierung, Verwaltung und Verbesserung von Prozessen können Organisationen effizienter arbeiten und die Qualität ihrer Produkte und Dienstleistungen sicherstellen.

Verbesserung

Die kontinuierliche Verbesserung ist ein zentrales Prinzip der Norm. Unternehmen müssen bestrebt sein, ihre Prozesse, Produkte und Dienstleistungen kontinuierlich zu verbessern, um die Kundenzufriedenheit zu steigern und wettbewerbsfähig zu bleiben. Dies erfordert eine Kultur der Innovation, in der Fehler als Lernmöglichkeiten betrachtet werden und Verbesserungen systematisch umgesetzt werden.

Faktengestützte Entscheidungen

Entscheidungen sollten auf einer fundierten Analyse von Daten und Fakten basieren. Unternehmen müssen daher relevante Informationen sammeln, analysieren und interpretieren, um fundierte Entscheidungen zu treffen und Risiken zu minimieren. Dies trägt dazu bei, dass Entscheidungen effektiv sind und die Ziele des Qualitätsmanagementsystems unterstützen.

Beziehungs-management

Beziehungsmanagement als wichtiger Bestandteil der Norm zielt darauf ab, das Vertrauen, die Zufriedenheit und die Zusammenarbeit mit allen relevanten Interessengruppen zu fördern. Durch eine effektive Verwaltung von Kunden-, Lieferanten-, internen und Stakeholder-Beziehungen können Organisationen ihre Leistungsfähigkeit steigern, Risiken minimieren und langfristigen Erfolg sicherstellen.