Was bedeuten die Angaben von Nummern und Jahren bei Normen und Standards?
Die ISO (Internationale Organisation für Normung) benutzt Nummern zur Unterscheidung von verschiedenen Normen. Folgend einige der bekanntesten Normen:
9001 = Qualitätsmanagementsysteme
14001 = Umweltmanagementsysteme
27001 = Informationssicherheitsmanagementsysteme
45001 = Arbeitsschutzmanagementsysteme
31000 = Risikomanagementsysteme
50001 = Energiemanagementsysteme
Die Jahresangaben bei Normen (z. B. DIN EN ISO 9001:2015) beziehen sich auf das Jahr, in dem eine bestimmte Version des Standards veröffentlicht wurde oder zuletzt überarbeitet wurde. Diese Jahresangaben dienen dazu, verschiedene Versionen oder Revisionen eines Standards voneinander zu unterscheiden und sicherzustellen, dass Anwender die jeweils aktuelle Version erkennen können. In diesem Beispiel wurde die Überarbeitung der Norm "Qualitätsmanagementsysteme" im Jahr 2015 veröffentlicht. Aktuelle ISO-Normen folgen alle einer einheitlichen Grundstruktur, der Harmonized Structure (HS).
Wenn beispielsweise ein Standard im Jahr 2020 veröffentlicht wurde und später im Jahr 2023 überarbeitet wurde, könnte die erste Version als "Standard XYZ-2020" bezeichnet werden, während die überarbeitete Version als "Standard XYZ-2023" bezeichnet werden würde.
Bei manchen Standards wie TISAX® erfolgt die Unterscheidung nicht durch Jahresangaben, sondern durch die Angabe der Versionsnummer.
Aktuell arbeitet die ISO an einer Revision der DIN EN ISO 9001, der weltweit am häufigsten zertifizierten Norm. Das ursprünliche Ziel war, Ende 2025 die neue Version zu veröffentlichen, verzögert sich voraussichtlich bis Herbst 2026. Es zeichnet sich ab, dass Auswirkungen globaler Veränderungen – darunter beispielsweise ESG-Aspekte – sowie Veränderungen in der QM-Anwendung und durch den Einsatz neuer Technologien stärker beachtet werden sollen. Ob auch der Umgang mit Risiken und Chancen dahingehend angepasst wird, dass eine Entkopplung beider Konzepte erfolgt und das chancenbasierte Denken eigenständig in die Revision aufgenommen wird, werden die zukünftigen Konsultationen zeigen. Wünschenswert wäre es unserer Auffassung nach, dass sich Organisationen neben einer ausgewogenen Risikobetrachtung zusätzlich intensiv mit Chancen auseinander setzen. Allerdings verbietet auch die aktuelle Version der Norm nicht, dass Unternehmen Chancen analysieren und diesem Aspekt eine entsprechende Gewichtung in ihrem Managementsystem verleihen.